Telekom beantragt Vectoring-Ausbau für 5,9 Millionen Haushalte

Zentrale der Deutschen Telekom in Bonn

Zentrale der Deutschen Telekom in Bonn

Die Deutsche Telekom investiert bereits seit langer Zeit in ein flächendeckendes Highspeed-Netz. Nun planen die Bonner bis zu 5,9 Millionen weitere Kunden mit dem Highspeed-Netz zu verbinden, um innerhalb der nächsten drei Jahre 80 Prozent aller Haushalte damit versorgen zu können.

Der Ausbau von Highspeed-Internet in Deutschland schreitet nach wie vor voran. Die Telekom hat bereits zugesagt, über die Hälfte aller Haushalte mittels der Vectoring-Technik mit schnellem Internet zu versorgen. Mit Vectoring hat der Kunde die Möglichkeit auch über alte Leitungen Highspeed-Internet mit bis zu 100 Mbit/s zu beziehen. Die Telekom plant sogar künftig per Super-Vectoring auch Geschwindigkeiten von 250 Mbit/s anbieten zu können. Die Telekom rechnet damit bis 2018 bis zu 80 Prozent der Kunden mit der Technik erreichen zu können.

Den Grundstein für die „Rahmenbedingungen“ hat die Telekom bereits gelegt. Nun beantragte die Telekom Änderungen bei der Bundesnetzagentur. Es geht um die Zugangsverpflichtung zur Teilnehmeranschlussleitung kurz TAL, die die Telekom verpflichten, aufgrund der Masse an unternehmenseigenen Leitungen, einen Teil der Leitungen an Wettbewerber zu vermieten. Die Telekom darf hierfür eine Miete verlangen, die von der Bundesnetzagentur festgelegt wird. Seit 2013 beträgt die Miete 10,19 Euro pro Monat. Wie genau die Änderungen aussehen bleibt noch abzuwarten.

Geänderte Regulierung im Nahbereich des Hauptverteilers nötig

Zurzeit ist ein Ausbau im Nahbereich um die Hauptverteiler laut Telekom nicht ohne weiteres möglich, da die Vectoring-Technik in den Kabelverzweigern, die direkt in die Haushalte gelangt, Störungen verursacht, falls der Kabelverzweiger und der Hauptverteiler näher als 550 Meter beieinander stehen. Die technischen Einschränkungen betreffen laut der Telekom zwar nur 1,5 Prozent (135.000) aller vermieteten Leitungen, allerdings sind dem Unternehmen nach eigenen Aussagen aufgrund der derzeitig festgelegten Nutzungsrechte die Hände gebunden und ein Ausbau ist aktuell nicht möglich.

Infografik_Vectoring

Die Einschränkungen betreffen rund 5,9 Millionen Kunden. Die Telekom beantragt nun, dass das Unternehmen den Wettbewerbern VDSL-Anschlüsse in den Hauptverteilern nicht mehr bereitstellen muss. Das Unternehmen plant bestehende Wettbewerbsverträge zu kündigen und auf alternative Produkte umzustellen, um eine flächendeckende Nutzung von Vectoring ohne Störungen im Nahbereich anbieten zu können. Ob die Bundesnetzagentur dem zustimmt, bleibt abzuwarten.

Die Bonner sind sich jedoch sicher, dass auch der Wettbewerb von den Änderungen profitieren würde. Durch das Bereitstellen von sogenannten „Vorleistungsprodukte“, könnten auch die Wettbewerber ihren Kunden entsprechende Highspeed-Tarife über die Telekom-Leitungen anbieten.

Solche Pläne sollte man angesichts der jüngsten Berichte über die Methoden im Glasfaserausbau natürlich mit Vorsicht genießen. Innovation ist sicher ein lobenswerter Schritt hin zu einer europaweiten wettbewerbsfähigen Infrastruktur und einer großen Angebotsvielfalt, dennoch sollte die Bundesnetzagentur hier die Sachlage genau prüfen.

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