Telekom fordert höhere TAL-Miete

Zentrale der Deutschen Telekom in Bonn

Zentrale der Deutschen Telekom in Bonn

Die Deutsche Telekom möchte ab Juli 2016 mehr Geld für die Nutzung der Teilnehmer-Anschlussleitung (TAL) verlangen und hat dazu einen Antrag bei der Bundesnetzagentur in Bonn eingereicht.

Die Preise sollen nach Willen der Telekom um rund 10% angehoben werden. Wettbewerber der Telekom müssen die TAL anmieten, wenn sie den Endkunden mit DSL versorgen wollen und keine eigene Leitung zum Kunden nutzen können. Die Preise, welche die Telekom für die Benutzung der TAL durch Wettbewerber verlangen darf, werden von der Bundesnetzagentur festgelegt. Die derzeit gültigen Preise von 10,19 Euro für die TAL bzw. 6,89 Euro für die Kvz-TAL sind nur noch bis zum 30. Juni 2016 gültig.

TAL: Wichtiges Netzelement

Die Teilnehmer-Anschlussleitung ist die direkte Verbindung von der Wohnung des Kunden zur Technik des Netzbetreibers und daher für die alternativen Anbieter enorm wichtig. In den letzten 20 Jahren war für den weiteren Netzausbau die Deutsche Telekom zuständig (Telefonanschluss als Universaldienstleistung), die meisten Kupfer-Kabel sind aber schon sehr alt und wurden oft noch von der Bundespost verlegt.

Immer wichtiger wird in letzter Zeit die sogenannte Kvz-TAL, hier handelt es sich lediglich um das letzte Stück zwischen Kabelverzweiger mit aktiver DSL-Technik und dem Kunden. Viele regionale Anbieter wie zum Beispiel EWE Tel überbauen die Kvz mit VDSL-Technik und brauchen daher nur noch die deutlich kürzere und damit günstigere Kvz-TAL anmieten, anstatt die teure Leitung vom Hauptverteiler aus anmieten zu müssen.

Wettbewerber fordern günstigere TAL-Miete

Die Konkurrenten der Telekom sind mit der von der Telekom geforderten Preiserhöhung auf 11,20 Euro für die TAL bzw. 7,51 Euro für die Kvz-TAL nicht einverstanden, sondern fordern im Gegenzug eine Senkung der TAL-Miete. Wie die Branchenverbände VATM und BREKO gegenüber dem Online-Portal teltarif mitteilten, würden geringere Preise für die TAL den Glasfaser-Ausbau in Deutschland voranbringen. Außerdem wird eine neue Berechnungsmethode für die TAL-Mieten gefordert, welche nach Willen der EU ab Januar 2017 beachtet werden muss.

Die Bundesnetzagentur muss nun im Laufe der nächsten Wochen und Monate über den Antrag der Telekom beraten und die künftigen TAL-Preise festlegen.

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