Easybell: ADSL-Schaltungen künftig über QSC

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Der Berliner Internetanbieter Easybell hat bislang ADSL2+ und VDSL Anschlüsse über Technik der Telefónica geschaltet. Dies soll sich künftig ändern, da die Telefónica ihre aktive Technik in den Vermittlungsstellen der Telekom (auch Hauptverteiler, kurz Hvt genannt), nicht weiter ausbaut beziehungsweise in den nächsten Jahren sogar zurückbauen möchte.

Kunden, welche sich für einen ADSL2+ Anschluss von Easybell interessieren, werden in Zukunft auf Technik vom Kölner Anbieter QSC geschaltet, sofern dieser am Hvt eigene aktive Technik verbaut hat. Als Neukunde merkt man von der technischen Umstellung nichts, für Bestandskunden von Easybell könnte in den nächsten Monaten im Zweifelsfall aber sogar eine Kündigung des Anschlusses drohen.

Telefónica beginnt bereits dieses Jahr mit dem Rückbau der aktiven Technik an einigen Hauptverteiler-Standorten. Wie onlinekosten.de erfuhr, wurde in diesem Schritt bereits 65 Easybell Kunden zum Jahresanfang 2016 eine Kündigung zugestellt, da der neue Dienstleister QSC am bisherigen Telefónica-Standort keine eigene Technik verbaut hat und scheinbar auch IP Bitstream-Access über die Deutsche Telekom nicht möglich ist.

Laut Easybell wird den betroffenen Kunden bei einem Wechsel des Anbieters geholfen, sofern eine Migration auf QSC Technik nicht möglich ist. Der Normalfall sei allerdings die Umstellung auf QSC Technik bzw. auf Telekom Bitstream, nur ganz wenige Kunden seien von einer Kündigung betroffen. Neben Easybell hatte zum Beispiel auch der Internetanbieter 1&1 die Telefónica DSL-Technik genutzt, auch hier dürften in Zukunft Umstellungen auf andere Vorleister anstehen.

Hintergrund

Telefónica ist neben Vodafone/Arcor und QSC einer der wenigen überregionalen Anbieter, die in den Vermittlungsstellen der Telekom eigene aktive Technik für ADSL und VDSL verbaut haben. Dies hat den Vorteil, dass man nicht auf ein Vorleistungsprodukt der Deutschen Telekom angewiesen war, sondern lediglich die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) von der Telekom mieten musste, was deutlich günstiger war. Im Jahr 2013 vollzog Telefónica allerdings einen Strategiewechsel: neue aktive Technik wird demnach nicht mehr verbaut und künftig setzt der Anbieter voll auf Vorleistungsprodukte der Deutschen Telekom (Bitstream-Access).

Für Telefónica hat dies mehrere Vorteile, so kann der Anbieter zum Beispiel VDSL Vectoring anbieten, ohne die eigene Technik austauschen zu müssen. Auch muss der Anbieter künftig nur noch für die Leistungen (=Kundenanschlüsse) bezahlen, die er auch wirklich nutzt und hat keine Kosten mehr für aktive Technik, welche womöglich nur unzureichend ausgelastet ist. Auch in Wartung und Erneuerung der Hardware muss kein Geld mehr investiert werden.

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