1&1: connect-Testsieger-Werbung war irreführend

1und1

Die connect-Testsieger-Werbung von 1&1 aus dem Jahre 2016 war irreführend und somit wettbewerbswidrig, wie das Oberlandesgericht Hamburg entschied.

Im Jahr 2016 hatte 1&1 mit der Aussage ‚Bei„1&1″ gibt’s das beste Netz‚ geworben und bezog sich dabei auf die Testergebnisse in der Zeitschrift connect. Dies wertet das OLG Hamburg als irreführend, wie die Kanzlei Dr. Bahr berichtet. Die Begründung ist dabei recht simpel und einleuchtend.

Im Kern geht es darum, dass der Test von connect nicht am Ende des Netzes vorgenommen wurde, sondern vielmehr am jeweiligen Router. Technisch bedingt kommt es ja nach Router zu unterschiedlichen Leitungsqualitäten, daher lasse sich darauf nicht direkt auf die Qualität des Netzes schließen. Im Detail liest sich das wie folgt:

Die von Zeitschrift connect vorgenommene Prüfung beziehe sich ausschließlich auf Leitungen, an denen die Fritzbox 7490 des Herstellers AVM hänge (Produkt „1&1 Homeservers“). Die Beklagte biete aber auch Varianten an, bei denen anstatt der Fritzbox ein Kabelmodem oder ein WLAN-Modem eingesetzt werde. Hier erhalte der Kunde eine deutlich geringere Leitungsqualität.

Durch die Art und Abfolge der Werbung gehe der Betrachter davon aus, dass das im Anschluss an das Testergebnis präsentierte Produkt genau das sei, was überprüft worden sei.

Dies sei jedoch gerade nicht der Fall. Das umworbene Produkt zu einem Preis von 9,99 EUR weise aufgrund der verwendeten Hardware nämlich eine geringere Leitungsqualität auf.

Dadurch werde der Betrachter in die Irre geführt. Denn er erwarte nicht, dass er kostenpflichtige Leistungen hinzubuchen müsse, um das Produkt zu erhalten, das Gegenstand des in der Werbung erwähnten Testes war.

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